
Gewebeplanung
Die Idee wird materialisiert. Was möchte ich weben, welches Material ist geeignet, wieviel Garn? Soll ein dichtes Gewebe entstehen oder soll es leicht fallen? Welche Farbeffekte und Kontraste will ich einsetzen.
Erste Skizzen verdichten sich in einem Entwurf. Er ist die Basis für den Konstruktionsprozess, die Gewebeplanung. Welche Materialen in welchen Längen sind nötig. Die Fertigungspatrone entsteht. Sie zeigt, welcher Faden wo zu platzieren ist, damit die gedachte Bindung entsteht. Die Bindung in diesem Beispiel entsteht durch acht Tritte und acht Schäfte.

Garnrollen
Die Weberin verarbeitet Garne. Seidengarn (Garnstärke Nm 22) wird auf Konen gewickelt angeliefert.
Die Garne werden für die Kette und die Schussgarne genutzt. Die Kette bildet das vertikale Gerüst, die Schussgarne die horizontale Füllung des Webstücks.

Scherbaum
Für die Kette wird das Garn auf dem sogenannten Scherbaum geschert.
So erhalten in diesem Fall 680 Fäden die gleiche Länge und eine geordnete Reihenfolge.

Abgenommene Kette
Die Kette wird vom Scherbaum abgenommen.
Die Fäden sowie die Gang- und Fadenkreuze sind durch spezielle Knoten gesichert.

Kette auf Webstuhl
Für das typische Weben wird die Kette in den Webstuhl gespannt.
Die Kette wird aufgebäumt und die Fäden auf dem Kettbaum mit dem Reedekamm in den richtigen Abstand gebracht. In diesem Fall 20 Fäden pro Zentimeter.

Litzen
Die Litzen sind mit den Schäften verbunden.
Entsprechend der entwickelten Fertigungspatrone wird Faden für Faden durch die vorgesehene Litze gestochen.

Blattstich
Die Fäden werden durch das Blatt geführt, gestochen. Bei dem abgebildeten Blatt ist jedes Riet 2mm breit und erhält 4 Fäden.
Später beim Weben wird entlang des Blattes der Schussfaden an das Gewebe geschoben.

Anbindung
Die Tritte werden der Fertigungspatrone entsprechend mit den Schäften verbunden.

Weben
Die Kettfäden werden mit dem Warenbaum verbunden, auf dem sich das Gewebte aufrollt.
Sind die Kettfäden gleichmäßig gespannt, kann gewebt werden.